Die fünf verbreiteten Strategien
Prop Trading kennt keine eigenen Strategien. Gehandelt wird, was auch sonst gehandelt wird, nur unter fremden Regeln. Diese fünf Ansätze decken praktisch alles ab, was in Challenges gespielt wird.
Day Trading
Positionen werden am selben Tag eröffnet und geschlossen. Der mit Abstand häufigste Ansatz in Challenges, weil er mit jeder Regel zum Halten über Nacht oder über das Wochenende kompatibel ist. Der Engpass ist die Tagesverlustgrenze.
Scalping
Sehr viele sehr kurze Trades mit kleinen Zielen. Funktioniert nur, wenn Spreads und Kommissionen niedrig sind, und kollidiert häufiger als gedacht mit Mindesthandelstagen und mit Regeln gegen Handel um Nachrichten.
Swing Trading
Positionen werden über mehrere Tage gehalten. Die Strategie, die am direktesten von einer einzigen Regel abhängt: darf über das Wochenende gehalten werden oder nicht. Ohne diese Erlaubnis ist Swing Trading in der Challenge nicht sinnvoll umsetzbar.
Trendfolge
Wenige, längere Bewegungen mit klarer Richtung. Braucht Zeit und verträgt Zwischenverluste, weshalb sie mit engen mitwandernden Drawdowns und knappen Zeitfenstern schlecht zusammenpasst.
Algorithmischer Handel
Automatisierte Systeme, meist Expert Advisor. Hier entscheidet keine Marktfrage, sondern eine Vertragsfrage: erlaubt der Anbieter EAs, und wenn ja, welche Art.
Warum das Regelwerk die Strategie auswählt, nicht umgekehrt
Die entscheidende Einsicht beim Vergleich: du suchst keine Challenge, die günstig ist. Du suchst eine, deren Regeln deine Strategie nicht ausschließen.
Vier Regeln entscheiden das fast vollständig. Alle vier stehen bei uns aufklappbar an jeder Challenge, weil sie in den Preisvergleichen der Anbieter regelmäßig fehlen.
- Konsistenzregel: begrenzt den Anteil eines einzelnen Tages am Gesamtgewinn.
- Drawdown-Berechnung: statisch oder mitwandernd.
- Zeitlimit: wie lange du für das Ziel hast.
- Haltefristen: über Nacht, über das Wochenende, während Nachrichten.
Die Konsistenzregel schließt ganze Strategien aus
Eine Konsistenzregel legt fest, dass ein einzelner Handelstag höchstens einen bestimmten Anteil des Gesamtgewinns ausmachen darf, häufig 20 bis 50 Prozent. Wer das Gewinnziel mit zwei sehr guten Tagen erreicht, hat bestanden und bekommt trotzdem keine Auszahlung.
Betroffen ist damit jede Strategie, die von wenigen großen Bewegungen lebt: Trendfolge, Ausbruchshandel, News-basierte Ansätze. Für Scalping und regelmäßiges Day Trading ist die Regel meist unproblematisch, weil sich der Gewinn ohnehin über viele Tage verteilt.
Das ist die Regel, die am häufigsten zu spät gelesen wird, weil sie das Bestehen nicht verhindert, sondern die Auszahlung.
Statischer und mitwandernder Drawdown
Bei einem statischen Drawdown wird die Verlustgrenze einmal vom Startkapital aus berechnet und bleibt dort. Bei einem mitwandernden, oft trailing genannt, steigt sie mit jedem neuen Kontohoch mit.
Der praktische Unterschied ist groß und wird von der Prozentzahl verdeckt. Zehn Prozent trailing sind deutlich strenger als zehn Prozent statisch, weil dein Puffer nach einem guten Lauf kleiner ist als am ersten Tag. Strategien mit größeren Zwischenverlusten, also Trendfolge und Swing, verlieren dadurch genau dann ihr Konto, wenn sie erfolgreich waren.
Wer eine solche Strategie handelt, sollte die Drawdown-Art vor dem Preis prüfen. Sie steht in unserem Vergleich an jeder Challenge.
Zeitlimit, Wochenende und Nachrichten
Ein Zeitlimit zwingt zu Aktivität und arbeitet damit gegen jede geduldige Strategie. Ohne Frist kannst du warten, bis dein Setup auftritt, statt eines zu suchen.
Für Swing Trading ist die Frage, ob über das Wochenende gehalten werden darf, keine Komfortfrage, sondern die Grundvoraussetzung. Wird sie verneint, musst du Freitag schließen und Montag mit Kurslücke neu einsteigen, was die Strategie systematisch verschlechtert.
Regeln zum Handel um Nachrichtenveröffentlichungen treffen vor allem Scalping und News-Ansätze. Manche Anbieter verbieten Positionen wenige Minuten vor und nach Terminen, andere gar nicht.
Diese drei Angaben sind in unserem Datenbestand unterschiedlich vollständig erfasst, weil nicht jeder Anbieter sie veröffentlicht. Wo eine Angabe fehlt, zeigen wir das als fehlend an und nicht als Verbot, denn eine leere Zelle ist keine Regel.
Algorithmischer Handel und Expert Advisor
Bei automatisierten Systemen ist die erste Frage nie, ob die Strategie funktioniert, sondern ob sie erlaubt ist. Die Bandbreite reicht von uneingeschränkt erlaubt bis vollständig verboten, mit vielen Zwischenstufen.
Häufig untersagt sind, auch bei Anbietern, die EAs grundsätzlich erlauben: Kopieren von Signalen fremder Konten, Hochfrequenzhandel, Systeme, die gezielt auf Latenz oder fehlerhafte Kurse abzielen, sowie Martingale-Ansätze.
Weil die Formulierungen sich unterscheiden und die Folge im Zweifel die Sperrung des Kontos ist, gehört diese Frage vor den Kauf und in schriftlicher Form geklärt.
So findest du die passende Challenge zu deiner Strategie
Die Reihenfolge, die Geld spart: erst die Strategie festlegen, dann die Ausschlusskriterien bestimmen, dann filtern, und erst zuletzt auf den Preis schauen.
- Trendfolge und Swing: statischer Drawdown, kein Zeitlimit, Wochenendhandel erlaubt, keine oder milde Konsistenzregel.
- Day Trading: großzügige Tagesverlustgrenze ist wichtiger als der Gesamtpuffer.
- Scalping: niedrige Kosten, keine Nachrichtensperre, Mindesthandelstage prüfen.
- Algorithmisch: schriftliche Bestätigung, dass dein Systemtyp erlaubt ist.
Der Preisunterschied zwischen zwei Challenges beträgt selten mehr als hundert Euro. Der Unterschied zwischen einer passenden und einer unpassenden Regel entscheidet, ob du das Geld einmal oder viermal ausgibst.
